Im Jahre 1448 schenkte die Barbara Jägerin ihr Gütlein dem „lieben Herrn und Zwölfpotten St. Jakob“, wie es in einem Saalbuch der Pfarrei Sondernohe aus dem Jahre 1642 heißt.
Zunächst wurde eine kleine Kapelle errichtet und schließlich 1519 der jetzige Turm erbaut, in dessen Untergeschoss die Gottesdienste stattfanden. 1530 konnte an den Turm das 1. Kirchenschiff angebaut werden, das 1762 nochmals verlängert wurde. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde auch der Turm, der heute noch steht, mit einer Barockhaube aufgestockt. Der Komtur des Deutschen Ordens, der seinen Amtssitz auf der nahen Virnsberger Burg hatte, Friedrich Philipp Graf von Wildenstein (1741-1770), ließ auch die Innenausstattung erneuern. Drei neue Altäre wurden errichtet.
Der Hochaltar zeigt oben ein Deutschordenskreuz und ein Deutschordenswappen. Das Altarbild zeigt den heiligen Jakob unter der Dreifaltigkeit, zusammen mit der heiligen Barbara, Katharina, Ottilie, einem Bischof und den heiligen Sebastian.
Seitlich stehen neben dem Altar zwei Holzfiguren, die den heiligen Vitus und Jakobus darstellen. Die Seitenaltäre zeigen links den heiligen Wendelin und rechts die heilige Familie.
Die Kanzel wurde 1762 an der Nordseite viereckig mit abgeschrägten Ecken, Eckvoluten und Rokoko-Schnitzereien weiß-gold gefasst. Unter dem Schalldeckel befindet sich eine Strahlentaube, Bekrönung durch Voluten und Figur des Heiligen Jakob.
Die Neustetter Kirche hat drei Glocken, wobei die älteste und kleinste aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts aus Nürnberg stammt. Die mittlere Glocke wurde im 16. Jahrhundert ebenfalls in Nürnberg gegossen. Die größte Glocke ist im Jahr 1671 von Sebald Kopp in Würzburg gegossen worden.
Die Jakobskirche in Neustetten gehörte einstmals zu den Pilgerkirchen. Der hl. Jakobus, der zu Ostern 44 nach Christus in Jerusalem als erster den Märtyrertod starb, wird häufig mit einem Buch und einer Muschel dargestellt. Seine Gebeine kamen nach der Eroberung Jerusalems im 7. Jahrhundert nach Santiago de Compostela.
Auch durch die Umgebung von Ansbach führten Pilgerwege, denn im Spätmittelalter war das nordspanische Santiago de Compostela Ziel ungezählter Pilgerscharen. In unserer Nähe kennen wir zwei Pilgerwege, der eine in Ost-West-Richtung, der auch heute wieder begangen wird. Der andere verläuft in Nord-Süd-Richtung. Von Würzburg kommend führte der Weg nach Ingolstadt. In Virnsberg war ein Spital, das für die medizinische Versorgung der Pilger wichtig war. Der Weg führte dann nach Neustetten, anschließend weiter zu den nächsten Jakobskirchen in Ornbau und Altenmuhr.